Leben am Tisch

Aktualisiert: März 30


Die meisten, die mich und meine Mutter kennen, würden sagen, dass wir uns ganz schön ähnlich sind. Wir haben viele gleiche Interessen, lachen gern und laut und müssen einmal zu viel unbedingt Recht haben. Bei uns gibt es immer was zu tun, es gibt noch so viel zu sehen, so viel zu machen und so viel zu entdecken. Natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, manchmal sind wir sogar wirklich sehr verschieden. Aber eine Sache die uns schon immer sehr verbindet und worüber wir uns fast immer einig sind, ist das Essen.


Wir haben einfach eine unendlich große Liebe gegenüber Essen.


Essen in allen Formen und Farben, je ungewöhnlicher umso besser, ja fremder der Geschmack um so interessanter. Diese Wichtigkeit des Essens ist bei uns tief in der Familie verankert. Bei uns hat das Leben schon immer am Tisch gespielt. Frühstück, Mittagessen und Abendessen waren schon immer feste Bestandteile des Tages und man hat immer, aber wirklich immer, zusammen gegessen. Bei uns gab es nie nur ein Gericht. Wenn der Tisch nicht übelst voll gestellt war mit allerlei Kleinigkeiten, dann war es vermutlich nur der Nachmittagssnack.


Ich kenne wohl keinen Menschen, der so gerne kocht wie meine Mutter. Selbst wenn Sie alleine ist, würde sie lieber 4 Stunden lang ein 10-Gänge Menü kochen, als schnell mal ein kaltes Sandwich zu essen. Davon haben ich, meine Schwester und mein Vater natürlich enorm profitiert. In anderen Familien wird vermutlich auch hin und wieder gefragt, was man denn gerne abends essen möchte. Bei uns war diese Frage aber wirklich ernst zu nehmen. Man hätte locker sowohl

"Hummer mit Trüffelrisotto in einer drei-stündig-gekochten Cognacsoße" oder "Indian Curry mit selbstgemachten Papadam und Mangochutney"

antworten können und meine Mutter hätte aus den Tiefen der Kühl- und Gefrierschränke alle nötigen Zutaten gezaubert. So sah mein Leben aus. Es war fantastisch.


Ich bin das typische Gastrokind und hinter dem Herd aufgewachsen. Unser Restaurant war wie ein zweites Wohnzimmer für mich. Ich liebe die Hitze in der Küche, den Stress, das Adrenalin und die familiäre Stimmung im Gastraum. Die Magie muss fließen.


Der Traum vom eigenen Restaurant war daher schon immer da. Aber erst mal studieren, reisen, die Welt sehen, Sprachen lernen, Menschen kennen lernen. Und arbeiten gehen! Ganz hoch hinaus! Aber egal wie sehr das neue Office geglänzt hat, wie wichtig das 100. Meeting noch war, irgendwie war das alles nicht genug. Kein Gefühl, keine Magie, nur ganz viel Zement, Rückenschmerzen und kalte Bildschirme.


Einfach mal das eigene Ding machen dachte ich mir dann irgendwann und dann gab es auch einfach keine andere Option mehr. Das soll nicht so klingen, als ob es so einfach gewesen wäre. Ich war schockiert, wie schwierig es dann doch war alles umzusetzen und sich wirklich für etwas zu entscheiden. Man entscheidet sich heutzutage ja nicht so gerne. Alles kann, nichts muss. Und dann bleibt es meistens dann dabei. Hätte, hätte, Fahrradkette. Und es gibt so vieles zu überlegen und so viel, was man falsch machen könnte. Was wenn es einer Person nicht gefällt? Oh Gott, der Untergang ist quasi schon um die Ecke.

Aber manchmal sollte man dann doch einfach mal machen. Augen (halb!) zu und durch. Leicht ist es meistens dann nicht, aber mit ein bisschen Glück, großer Unterstützung und Durchhaltevermögen ist so viel möglich.


Wir sind auf jeden Fall wirklich froh und dankbar heute hier zu sein und so viel Zustimmung und Unterstützung von unseren Gästen und Freunden zu bekommen.

Nach nur kurzer Zeit fühlen wir uns mittlerweile echt angekommen im Belgischen Viertel in Köln und möchten keinen chaotischen Gastro-Tag mehr missen.


Vielen Dank, dass ihr uns so viel unterstützt habt und uns das Gefühl gebt, dass wir irgendwas richtig machen.

Wir freuen uns immer über jeden Besuch und


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Restaurant MATA HARI

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